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(DJK/MJC Trier) |
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Miezen demomntieren den Deutschen Meister
Pressemitteilung
Einen solchen Fest- und Feiertag hatte die altehrwürdige Schulturnhalle auf dem
Trierer Wolfsberg in ihrer langen Geschichte noch nicht erlebt. 1100 Zuschauer
quetschten sich in die restlos ausverkaufte Handballfestung im hohen Trierer
Norden, um nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen ihrer "Miezen" nun auch
Augenzeuge sein zu wollen, wenn der aktuelle Deutsche Meister gestürzt wurde.
Und es passte alles an diesem Abend, kein Steven Spielberg oder kein Francis
Ford Coppola hätte besser Regie führen können für diese Inszenierung: Mit 28:20
schickten die Spielerinnen des Tabellenführers DJK MJC Trier den ruhmreichen HC
Leipzig nach Hause, schon Minuten vor dem Schlusspfiff des Gespanns Pioro/Strick
hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen. Mit "Standing Ovations"
trugen sie ihre Mannschaft über die letzten Hürden dieser Begegnung, die Kerstin
Reckenthäler mit einem spektakulären "Kempa"-Tor abschloss.
Die Gastgeber, die bereits Anfang der Woche nach einer Flut von Kartenwünschen
den Vorverkauf eingestellt hatten und auch die Abendkasse nicht mehr öffneten,
boten denjenigen Fans, die keine Tickets mehr ergattern konnten, einen bisher
noch nie da gewesenen Service: Die Begegnung wurde vom Trierer Lokal-Fernsehen
"Trier-plus" live auf eine 3 X 3 Meter große Leinwand in die vereinseigene
Gaststätte "Freiwurf" projeziert, in der sich diejenigen "Miezenfans" tummelten,
die "draußen vor der Tür" hatten bleiben müssen. Und die Triererinnen hatten
sogar noch prominenten sportlichen Beistand von den Rängen bekommen. Die
komplette Fußball-Zweitligamannschaft der Trierer Eintracht war mit ihrem
Trainer Paul Linz gekommen, um die Miezen anzufeuern.
Lange sah es gar nicht nach einem so deutlichen Sieg der Moselanerinnen aus. Die
erste Halbzeit war hart umkämpft, die Leukefeld-Truppe lag zwar meist ein bis
zwei Tore in Front, doch Maik Nowaks Mannschaft kämpfte sich immer wieder heran,
glich aus, ging sogar in Führung. Erst in den beiden letzten Minuten des ersten
Durchgangs konnte sich Trier etwas absetzen, Svetlana Minewskaja markierte mit
dem Pausenpfiff das 12:9. Mit Wiederbeginn begannen dann die unglaublichen 30
Minuten von Triers Torhüterin Alexandra Gräfer, die mit phantastischen Reflexen
die Gäste an den Rand der Verzweiflung brachten. Aus 1000 Kehlen schallte es im
Stakkato "Alex, Alex" in die eiskalte Trierer Winternacht hinaus. Hinzu kam eine
wie aufgedreht spielende Svetlana Mozgowaia auf der rechten Aufbauposition. Der
ehemaligen Champions-League-Siegerin gelang einfach alles, mitunter führte sie
Tone Woelner im Leipziger Tor, die sich später entnervt gegen Henrike Milde
auswechseln ließ, regelrecht vor. Elf Tore sprechen eine deutliche Sprache für
"Svetas" derzeit hervorragende Verfassung.
HCL-Trainer Maik Nowak erkannte später den verdienten Trierer Sieg neidlos an,
"obwohl der sicher etwas zu hoch ausgefallen ist, weil wir uns in der
Schlussphae hinten haben regelrecht abschlachten lassen. Die Partie wurde
in der Pahse entschieden, als Trier 16:13 führte, wir mehrere geute Chancen
vergaben und Trier dann davon ziehen konnte. Trier hat die Zweikämpfe besser
angenommen, als wir das taten, obwohl wir uns sehr viel vor genommen hatten.
Letztendlich scheiterten wir an der internationalen Erfahrung der beiden
Svetlanas Minewskaja und Mozgowaia und an unserer ehemaligen Torfrau Alexandra
Gräfer, die einen Supertag erwischt hat."
Dago Leukefeld, der in den nächsten Monaten auf seine wegen einer Knie-Operation
fehlende Rechtsaußen Kerstin Reckenthäler verzichten muss, sah einmal mehr im
perfekt funktionierenden Kollektiv den Grundstein zum Erfolg. "Die Mannschaft
hat sich diesen Sieg aufgrund einer disziplinierten Abwehrleistung verdient,
aber wir werden jetzt nicht abheben und uns nicht von der allgemeinen Euphorie
blenden lassen. Andere Spielerinnen werden jetzt nach Kerstins Ausfall vermehrt
Verantwortung übernehmen müssen, aber ich bin guten Mutes, dass die Mannschaft
die positive Stimmung der letzten Wochen jetzt in die weitere Saison mit hinüber
nehmen kann. Aber Kerstin wird wiederkommen, ich kenne sie schon seit vielen
Jahren, sie hat ein unglaubliches Kämpferherz und der Mannschaft bis zum
Schluss unter ständigen Schmerzen geholfen. Diese Einstellung ist einfach
bewundernswert und vorbildlich, zumal Kerstin keine Person ist, die so etwas an
die große Glocke hängt." Jürgen C. Braun DJK MJC Trier: Gräfer, Vogt (n.e.) Reckenthäler (1), Minewskaja (6/2),
Verechtchako (2), Mozgowaia (11), Gläsener, (n. e.), Scholl, (n. e.), Bohm (1),
Meier (1), Baumbach (4), Althaus (2) HC Leipzig: Woelner, Milde - Vlckova (4), Heinz (1), Geheeb (1), Kahmke (n. e.),
Radzeviciute (5/1), Prosch (2/2), Albert (2), Pietzsch (3), Wörz (2),
Schiedsrichter: Pioro / Strick Zuschauer: 1100
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Autor: hh
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Artikel
vom 02.02.2003, 15:26 Uhr
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Aleksander Ristic Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich.
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